Traditioneller Raku-Brand im Herbst

29. Oktober 2021


Zu den festen Terminen im Jahreskalender des CTA Kulturverein Nord e.V. gehörte der von Ralf Ullrich zelebrierte Raku-Brand jeweils im Herbst. Im Jahr 2021 musste er gleich aus zwei Gründen ausfallen. Unser Raku-Kenner Ralf Ullrich verstarb für uns alle unerwartet. Zu alldem ließ die Pandemie alles ausfallen. Am 29. Oktober 2021 wurde unser Raku-Ofen nach 24 Monaten wieder in Betrieb genommen. Zuvor hatten die Hobby-Keramiker in Bad Saarow und Fürstenwalde bereits ihre Stücke (u.a. verschiedene Tiergestalten) in den Werkstattöfen bei gut 900 Grad gebrannt und dann glasiert. Die Schamottummantelung unseres im Freien stehenden Raku-Ofens hatte in den zwei Jahren viel Nässe aufgenommen, so dass es lange dauerte bis die gewünschte Temperatur von 1000 Grad erreicht werden konnte. Das aus Eberhard Glenz und Christoph Gärtner bestehend Ofen-Team musste die ungeduldigen Töpferinnen immer wieder um Geduld bitten. Gegen 19.00 Uhr war es soweit. Eberhard Glenz holte die rot-glühenden Unikate aus dem Ofen und platzierte sie auf dem Boden. Durch den extremen Temperaturunterschied zwischen dem Inneren des Ofens und der Außentemperatur der Luft entstand auf der Glasuroberfläche das für die Raku-Keramik typische Krakelee. Danach kamen die Stücke zum Reduktionsbrand in zwei Metallbehälter, die mit zerknülltem Papier ausgelegt waren. Unsere Vereinserfahrung favorisiert Papier, andere verwenden auch Sägespäne oder Laub. Die Glut der Keramik brachte das Papier zum Brennen. Die Behälter wurden abgedeckt und nun war noch einmal Warten angesagt. Durch das Räuchern des Glasurbrands lagert sich schwarzer Rauch in den Glasurrissen und den nicht glasierten Teilen der Keramik ab. Das Ergebnis waren viele hübsche Unikate. Und keines unserer Stücke wurde beschädigt denn das Umlagern mittels einer Zange birgt ein gewisses Risiko.

Durch den Wunsch nach weiterer Raku-Keramik wurde kurzerhand ein zweites Brennen in der Folgewoche angesetzt.

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